Montag, 23. Januar 2012

die Hölle schweigt

Heute in der Früh aufgewacht, vom Wochenende schwer enttäuscht: Abfahrt verkürzt, Urlaub verlängert, Wasser verschwendet. Wenn ich zurückblicke auf die letzten Monate meines Lebens, stellt sich heraus, dass der Müll noch immer vor der Tür steht, die Tür direkt in die Hölle führt und dass die Hölle von Innen versperrt ist. Keine Chance.
Manchmal höre ich das Kratzen von Fingern an den Wänden der Nachberwohnung, doch wahrscheinlich ist es nur Großmutter bei einem ihrer wöchentlichen Einbruchsversuchen. Manchmal ist mein Leben die flasche Antwort auf gar keine Frage, ein ständiges und hechelndes Aufzeigen, um dann eh nur aufs Klo zu müssen, manchmal ist es mit Sorgen gepolstert, manchmal ist mir der 3. Stock doch zu hoch, manchmal folge ich mir auf Schritt und Tritt und dreh ich mich schnell genug um, dann seh ich mich mit einem Partyhut hinter einer Ecke stehen und blöd grinsen. Meine Zähne sind dermaßen groß, dass ich mit ihnen mein Bad verkacheln könnte, und wohl gemerkt: mein Bad ist eine Dusche und Zähneputzen tu ich mir mit dem Staubsauger!
Aber ich bin nicht nur vom Wochenende schwer enttäuscht, mittlerweile und da mich Standard & Poor´s auf ZZZ- herabgestuft hat, zahl ich pro Wurstemmel zwei Gurkerl Zinsen. Tiefer geht’s echt nicht mehr meine Herrschaften!
An der Spar Gourmet Feinkosttheke bin ich eine persona non grata und ich verstecke mich stundenlang zwischen den Salaten, eine Geschichte, die ich unbedingt Roman Polanski oder Abramowitsch, oder wie man den schreibt, erzählen sollte.
„Lasst ihn pleite gehen!“, schallt es durch die Blätter.
Ich presse mein Ohr gegen die Tür, die Hölle schweigt.

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