Manche sprechen ständig von diesem und jenem. Zum Beispiel über Dinge, die man vermeiden sollte.
Dazu sage ich nur:
Kein Sushi am Ostermontag!
Außer man verzichtet freiwillig auf den Dienstag und auf den Rest seines Lebens. Weiters empfehle ich unter der Woche keine Sonnenstudios zu besuchen. (unglaubwürdig!)
Der Rest des Lebens ist ja so eine Sache.
Auch unglaubwürdig sind Erkundungsritte durch die pannonische Tiefebene auf argentinischen Nutztieren. (ermüdend!)
Manche sprechen vom Rest des Lebens, als würden sie Zahnstocher zählen.
Die Aussichten darauf sind ohnehin dornenrosig: Erlebnislokale, in denen man zu einem Kaffee entweder eine Miele Waschmaschine oder so eine Minispielorgel, die je nach Tiefdrucklage entweder die österreichische oder amerikanische Hymne spielt, gewinnen kann, von der EU geförderte Horizontalradler mit wehenden Tibet Fahnen (Eigeninitiative), Großraumtaxis mit Raucherzone, Tampons von Apple, das sogenannte I-ob, Microsoft reagiert prompt und entwickelt die leider etwas undichte Vista-Slip Einlage, das restlich Leben besteht aus Menschen, so wie mir, die ernsthaft davon überzeugt sind, dass die Sezession irgendetwas mit der Jahrhundertwende und nicht mit der menschheitsalten Sehnsucht nach Selbstverbesserung zu tun hat, hochmütig in ihrem Überlebenskampf, immer rechtsfüßig aus dem Bett, im Massenprotest gegen Assad, zweifellos im Spiegelblick, der Tumult vor Sathya Sai Babas Sterbehaus wird leiser.
Wir dürfen dieser Welt nicht Recht geben.
Das Sterben an sich ist zu einem Versagen gegenüber der Gesellschaft geworden. (hier ausgenommen sind Mitarbeiter der SCOR, SWISS Re, Munich Re und anderer Rückversicherer)
Manche sprechen überhaupt nur von sich und dem, was sie sich als ihr Umfeld in Form von Halbwissen und –gefühlen zusammen gebastelt haben, darunter fallen die unglückliche Liebe und ein paar Informationsmonopolisten, die genau wissen, ob man sich den Finger lieber in die Nase oder den Hintern steckt, darunter fallen auch zueinanderpassende ClipArts und „fügen Sie einen Smiley zu was auch immer Sie gerade tun hinzu“, als wären uns die individuellen Ausdrucksformen komplett und für immer abhandengekommen, und so funktioniert es:
Nein, lieber doch nicht, mein Vorstellungsvermögen reicht nämlich nicht über die Tastatur, vor der ich sitze, hinaus. Betrete ich die Welt des Äthers und des Dunstes, ist Schluss, höchstens eine Jesus- oder Newtondokumentation am frühen Nachmittag oder Essigchips aus Bobbys Food Store. Von denen bekommt man zwar violette Lippen, sie geben mir dennoch ein Gefühl der Geschmacksüberlegenheit, und wer braucht das von Zeit zu Zeit nicht?
So kommt es dann an einem bestimmten Abend alle zwei Monate vor, dass die Gegend um das Freihausviertel von Menschen mit violetten Lippen, die sich gegenseitig von sehr weit oben herab betrachten, belebt wird.
Sie wissen welcher Geschmacksüberlegenheitstag gemeint ist, und auch den sollte man vermeiden.
Weiters zu vermeiden sind neue und alte Schachteln, Spannholzwege, Abschleppzonen (Achtung!), und mir persönlich ist es lieber, 20 Stunden mit dem Zug zu fahren, als 20 Stunden Teppiche zu klopfen. Ich vermeide Frisuren und Umweltkatastrophen, find ich öd, Gespräche über Abhör- oder nur Hörgeräte, und vor allem habe ich keine Lust auf Wunderbares und Seelenauslagendekoration auch zeitgenössische Kunst genannt, die in kommerzieller Spannung ihre Persönlichkeit mit Lärm und Überwelt verwechselt, oder gar nicht mehr verwechselt, sondern davon ausgeht, dass das Äußere das Innere ist.
(Noch rede ich nicht von Julius-Meinl-Sonnenschirmen-IV.)
Manche sprechen vom Rückzug in die Disziplinen.
Manche sprechen von permanenter Enthaarung zwischen den Beinen (Arschlöcher ausgenommen).
Manche fühlen sich immer angesprochen.
Zum Beispiel ich!