Natürlich wundere ich mich über die Nachrichten. Ich
habe das Gefühl sie kommen immer näher, sie umzingeln mich, und ich wünschte,
sie würden bleiben, wo sie sind. Die Hausbrände und Glaubenskriege, die
Frontalzusammenstöße und Wirtschaftskrisen, die Amokläufe und die aus
Privatzoos entwendeten Edelpapageien (symbolisch). Diese Nachrichten zeigen
höhnisch mit dem Finger auf mich und sagen: „Noch bist du ein Davongekommener,
noch bist du in glücklichem Besitz deines geliebten Goldfischs Heinrich und
deines Traums von Sicherheit und Zukunft, doch irgendwann steht auch dein
Nachbar statt mit einer Lärmbelästigungsbeschwerde mit einer geladenen Schrottflinte
vor dir (alles symbolisch!), und es wird nicht mehr reichen, dich über die
Wetternachrichten zu erbosen, deren trauriger Zeuge du in diesem Moment bist.
Dann nämlich musst auch du handeln!“
Und so übe ich mich lange schon und ziemlich unbemerkt
im Handeln.
Schnelle rechts Bewegungen zum Beispiel, das unter
Zeitvorgabe (eine Minute) urplötzliche Buchen eines Tickets in ein Land ohne
Auslieferungsabkommen auf Check Felix. Spontan verpacke ich Schinkenkäse Pausenbrote,
einen Apfel und ein Dreh&Drink (Birnengeschmack zwecks Diversität), werfe
mich flach auf den Boden, laufe nach einem stummen Startschuss in den Wald und
stürze mich auf Wildschweine und Schneeeulen, ganz intuitiv und ohne Vorwarnung
grabe ich Atombunker und Massengräber, und meine Briefmarkensammlung trage ich
ohnehin schon lange stetes mit mir.
Die Götterdämmerung ist da. Nur heute haben sie
verschlafen, die Allväter der Heimzahlung (auch symbolisch).
Es scheint die Sonne. Mich juckt mein Rücken. Da komm
ich irgendwie nicht hin mit meinen Fingern.