Donnerstag, 23. April 2015

SYMBOLISCH


Natürlich wundere ich mich über die Nachrichten. Ich habe das Gefühl sie kommen immer näher, sie umzingeln mich, und ich wünschte, sie würden bleiben, wo sie sind. Die Hausbrände und Glaubenskriege, die Frontalzusammenstöße und Wirtschaftskrisen, die Amokläufe und die aus Privatzoos entwendeten Edelpapageien (symbolisch). Diese Nachrichten zeigen höhnisch mit dem Finger auf mich und sagen: „Noch bist du ein Davongekommener, noch bist du in glücklichem Besitz deines geliebten Goldfischs Heinrich und deines Traums von Sicherheit und Zukunft, doch irgendwann steht auch dein Nachbar statt mit einer Lärmbelästigungsbeschwerde mit einer geladenen Schrottflinte vor dir (alles symbolisch!), und es wird nicht mehr reichen, dich über die Wetternachrichten zu erbosen, deren trauriger Zeuge du in diesem Moment bist. Dann nämlich musst auch du handeln!“
Und so übe ich mich lange schon und ziemlich unbemerkt im Handeln.
Schnelle rechts Bewegungen zum Beispiel, das unter Zeitvorgabe (eine Minute) urplötzliche Buchen eines Tickets in ein Land ohne Auslieferungsabkommen auf Check Felix. Spontan verpacke ich Schinkenkäse Pausenbrote, einen Apfel und ein Dreh&Drink (Birnengeschmack zwecks Diversität), werfe mich flach auf den Boden, laufe nach einem stummen Startschuss in den Wald und stürze mich auf Wildschweine und Schneeeulen, ganz intuitiv und ohne Vorwarnung grabe ich Atombunker und Massengräber, und meine Briefmarkensammlung trage ich ohnehin schon lange stetes mit mir.
Die Götterdämmerung ist da. Nur heute haben sie verschlafen, die Allväter der Heimzahlung (auch symbolisch).
Es scheint die Sonne. Mich juckt mein Rücken. Da komm ich irgendwie nicht hin mit meinen Fingern.

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