Mittwoch, 22. April 2015

NÄCHSTER HALT


Ich bin einer der wenigen Menschen, die statt Kinder Eltern bekommen. Mittlerweile sind es vier. Eine Elternschar sozusagen.
Das ist empfehlenswert und nicht unpraktisch, weil sie meistens schon mit mäßiger bis hoher Schulbildung, einem Beruf, der sie hoffentlich über Wasser hält und irgendeinem Namen, wie zum Beispiel Clarissa oder Bert auf die Welt, also ungewollt daherkommen. Oft liegen Drogenprobleme weit hinter ihnen oder gehen mich nichts an, da ich selbst genug zu tun habe, und der erste Autounfall ist auch überlebt. Sie gehen ins Theater, spielen Golf, liegen in Spitälern oder lassen sich sonst irgendwo gehen. Sie behelligen mich im Allgemeinen wenig. An Sonntagen werden sie anlehnungsbedürftig und oft hat man sie schneller wieder los, als gedacht. Wie gesagt: empfehlenswert!
Abgesehen von Eltern statt Kindern empfehle ich weder noch.
Ich empfehle auch Dachlawinen statt Vulkanausbrüchen, kleinere Flugzeugabstürze mit Folgen statt Weltuntergänge ohne, ich empfehle echte Tränen statt immer die selben blöden Gesichter, denen ich in sogenannten Cocktailbars im 1. Wiener Gemeindebezirk begegne. Sie haben alle Nasen!
Ich empfehle weites Land statt Arthur Schnitzler, Unendlichkeit statt einem Arzttermin, ich empfehle Gott statt immer tot und „nächster Halt“ statt „Achtung Abschleppzone“.

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