Freitag, 20. Mai 2011

Haifisch und Mohammed Atta

Manchmal kommt es vor, dass mir in der Karlsplatzpassage, zwischen Blumengeschäft und Trafik, zuerst ein Drogendealer sogenanntes „Langsames“ anbietet, und ich dann von zwei Japanern nach dem Weg zur Sezession angesprochen werde. Da frag ich mich natürlich schon, wie ich so ausschaue, denn offensichtlich erwecke ich bei beiden Interessensgruppen einen vertrauenswürdigen Eindruck. Einander mal ist es mir passiert, dass ich mit der U-Bahn von einem Rendezvous nach Hause fuhr und dann beim Würstelstand von zwei Jugendlichen zuerst verprügelt und in die Flucht geschlagen wurde. Da frag ich mich natürlich nicht, wie ich so ausschaue, als eher erstens, wie schnell ich eigentlich laufen kann (Stichwörter: Schwimmen und Haifischflosse) und zweitens, wie schön und widersprüchlich, grausam und unberechenbar die Welt ist (Stichwörter: schön und pünktlich Arbeiten Gehen und Mohammed Atta). Ein paar Monate später war Weihnachten, und das Wetter blieb wochenlang unbeständig.
Doch das war alles schon sehr lange her, und ich entschuldige mich im Vorhinein bei allen, die persönlich betroffen sind.
Heute hör ich die meiste Zeit Radio, das ist wetter- und weglaufunabhängig, außerdem höre ich spannende Beiträge über Menschen:
„Und wo wohnen Sie?“, fragte der Moderator.
„Gleich beim Stephansplatz, toll, von dort ist man in 20 Minuten überall“, antwortete der Mann brustüberzeugt.
Aha, dachte ich und versuchte es, doch kurz vor der Autobahnausfahrt Flughafen war Schluss. Zurück brauchte ich dann 2 Stunden, denn eine Schafherde blockierte alle 3 Spuren samt Pannenstreifen. Wenn ich nur wüsste, wie der Mann aus dem Radio heißt.
Sonst spielt es im Radio Musik, Werbung und Nachrichten, grob gesagt! Fein gesagt spielt es im Radio nur Scheiße.
Macht nichts.

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