Zwischen mir und meiner Freundin (erfunden!) gibt es mehrere Verhältnisse, darunter fällt zwecks Springens durch den brennenden Ehering das pneumatische Rufen der Seelöwen, die sie (erfunden!) in unser Zusammensein mitgebracht hat. Normal ist, denke ich, wenn ich blöd den Namen der Tiere vor mich hin quietsche, dass Menschen (erfunden!) Kinder, Giacometti Skulpturen oder wenigstens Faschingskrapfen in eine Beziehung mitbringen, aber nicht so hier: Sie (erfunden!) Seelöwen, ich heiße Luft, wobei heiße Luft billiger zu ernähren ist und nicht Gassi gehen muss. Aber nicht, dass Sie mich falsch verstehen. Diese Freundin (erfunden!) ist wunderbar (stimmt!)!
Wir stehen pünktlich um 3 nach 5 Uhr früh auf, es gibt Frühstück:
192 Nespressokapseln, Kostenpunkt Euro 4638,- weniger Steuern und Umweltministerium, denn wir sind ein Unternehmen.
Die Seelöwen heißen Dings und Bums, Dings ist fünf und Bums ist keine Ahnung.
Danach gibt es ein Obstbuffet aus Übriggebliebenem und Futter im Allgemeinen, wobei niemand genau weiß, aus welchem Napf jetzt hier gegessen wird. Es wird gestritten und gegrunzt, denn in einem ist das Valium versteckt, trotzdem weiß ich, dass wir uns lieben, und der Gewinner sitzt den halben Tag in der Ecke und grinst (stimmt!).
Der Name unseres Unternehmens beginnt mit dem Buchstaben S, der Name eines afrikanischen Landes auch, und vor kurzem las ich auf einer Hausmauer die Worte: „Freiheit für S.!“. Mehr verrate ich nicht.
Was ich allerdings schon verraten will, ist, dass ich als fünfjähriges Kind die Wellensittiche meiner Schwester durch die Knoblauchpresse gequetscht habe. Die Schwester rächte sich und verspeiste jeden Tag heimlich ein Stück meiner Vollkornmatratze, bis ich dann bis zum Ende meiner Schulzeit auf dem Lattenrost schlafen musste. Dennoch hat sich alles ausgezahlt, heute arbeite ich mit 7 anderen Gebrüdern als lebende Sensation in Agra.
Nach dem Frühstück spielen wir Gackhüpfen mit Brei, das hebt die Stimmung und fördert das Gemeinschaftsbewusstsein. Der Verlierer wird vier Stunden in ein Baustellenmobilklo gesperrt und übt Seifenblasenblasen für die kommende Viererseifenblasenblaseneuropameisterschaft. An diesem Punkt angelangt, sind wird nur noch 2.
Es ist früher Mittag, und sitze ich weder grinsend in der Ecke noch in einem Mobilklo, gehe ich mit meiner Freundin (erfunden!) oder einem der beiden Seelöwen ins Kunsthistorische Museum, wo gerade die Jan Fabre Ausstellung läuft.
Apropos Ausstellung:
Gestern war ich wieder einmal in der Peepshow. Da wirft man Euromünzen ein, damit das Fenster offen bleibt.
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