Ich habe mir vorgenommen, ab heute nur noch AC/DC und die Quietsch Boys aus „Hallo Spencer“ zu hören, das hebt die Stimmung und ärgert die Spatzengroßfamilie, die jeden Morgen vor meinem Fenster ihre Etuden singt, ich habe mir auch vorgenommen, ab heute nur noch die 0-Nummer der Muskete zu lesen, und zwar von hinten nach vorne, damit ich mich am Ende nicht schon wieder über das schlechte K.K.-Fernsehprogramm ärgere. Da spielt es nämlich ab 9 Uhr die Serie „die Kutschen unsres Kaisers“, gefolgt von der Informationssendung „schließt alle Fenster und öffnet die Tür nur nach drei mal lang und zwei mal kurz Klopfen“, zu Mittag kommentiert Arthur Schnitzler die Realitätsshow „Austrias next Thronfolger“, in der die Protagonisten, wie zum Beispiel Rudolf und Franz Dingsbums, die Kronländer abfahren müssen, ohne erschossen zu werden, hinterher Sport mit Maximilian Salvator und so weiter.
Am Nachmittag gibt es unter der Moderation Koloman Mosers die politische Diskussionsrunde „legen wir die Waffeln nieder“. Die heutigen Gäste sind Sigmund Freud, Frau Langhans, ihr Mann Heinz, Stefan Zweig und Theodore Roosevelt. Die Themen sind „Nebenwirkungen sozialistischer Onanie“, „das Wetter von Gestern“ und „Tupperwareparties in Schloss Schönbrunn“.
„Ich meine was soll das“, sagt Sigmund Freud.
„Dem muss ich zustimmen“, sagt Frau Langhans.
„Da will ich jetzt mal unterbrechen“, meldet sich Stefan Zweig, „denn die eigentliche Frage müsste lauten, was soll das BITTE?“
„Wo ist hier eigentlich das Klo?“, fragt Theodore Roosevelt.
„Auch eine gute Frage“, sagt Frau Langhans.
„Ja, ja auch dieser brisanten Frage werden wir uns später noch zuwenden“, sagte Koloman Moser.
„Ich glaube es ist ernst“, sagt Heinz.
„Natürlich ist es ernst“, brüllt Koloman Moser plötzlich los und verpasst Sigmund Freud eine leichte Kopfnuss. Der beginnt zu weinen und kriecht unter den Dikussionstisch, wo er die restliche Sendezeit bleibt und sein verschollenes Werk „meine Mami und ihr Strumpfband“ schreibt, dannach läuft das beliebte Kinderprogramm „die Blendung mit dem Kraus“, später das Propaganda- und Gymnastikformat „mit Bomben und Spagaten“, an dessen Ende der Weiland persönlich Turnübungen vorführt und uns Untertanen zum „fröhlichen Mitmachen“ auffordert, anschließend „Kochen mit Sisi und Gästen“, heute mit einem Vorfahren Erwin Prölls, und um 22 Uhr der sozialkritische Dauerbrenner „Schirch und Arm“. Zum Kotzen!
Ich habe mir vorgenommen ab nächsten Morgen nur noch Gurkensalat und leicht gezuckerte SIM-Karten zu essen, so wie es mir meine Diätanalytikerin Dr. Handgreif emphfohlen hat, ich werde auch nur noch auf Nussbäume klettern, meine Kirchensteuer in Form von Kniebeugen und Altglas abbezahlen und Preise nur noch linkshändig entgegen nehmen. Mein letzter Preis war ja der niederdotierte Hoch-zu-Rotz-Tempo-Taschentücher-Publikumspreis, der jährlich und in finanzieller Kooperation mit Nasivin und meinen Eltern an besondere Hoffnungsträger aller Facon vergeben wird. Letztes Jahr war der Geehrte mein guter Freund B. H. vulgo Belmut Herger.
Darüber hinaus höre ich am 30. April mit dem Rauchen auf, das liegt im Trend und soll nicht ungesund sein. Es liegt auch im Trend auf alles zu scheißen und ohne Bremspedale die Großglocknerstraße hinauf zu radfahren (radln). Viele Dinge liegen mittlerweil im Trend: Frisuren zum Beispiel. Mein Haargel verspricht mir eine „Hairperformance“, so als würde mein Federvieh demnächst auf Weltournee gehen.
Nein! Ich bleibe zu Hause und meine Frisur auch.
Mein letztes Wort!
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