Sonntag, 24. April 2011

Akt Eins

Wie soll ich jemals ein echter Mann werden? Meine einzigen diesbezüglichen Vorbilder sind bis heute Donald Duck und ein Meeressäuger namens Flipper geblieben, wobei ich nicht ganz sicher bin, ob Flipper überhaupt ein Mann ist, und jetzt fällt mir zu allem Überfluss auch noch ein, dass ich früher manchmal die Nachbarsmutter beobachtete, wie sie mit ihren knöcherigen Armen versuchte durch den Maschendrahtzaun unser Unkraut zu jäten. Frage über Fragen.
Themawechsel: Normales Gulasch wird mit Semmel oder anderem Gebäck serviert, das Fiakergulasch mit Spiegelei, Würstel und Essiggurke, alles Panierte kann man mit Kartoffelsalat essen, außer panierten Kartoffelsalat, dazu passt eher Zuchtlachs oder gleich die Aussicht auf die Hermanngasse im siebten Bezirk, woanders gibt es die sowieso nicht, Cremespinat schmeckt gut, dazu ein Glas Wasser oder Wein, das Wort „out“ ist cool, und umgekehrt genauso, mein Fahrrad hat einen Platten, dafür hab ich keins. Ich finde mein Leben spannend und auf eine ganz besondere Art vakuumiert. Manchmal wippe ich mit dem linken Bein und denke an entblößte Frauenbrüste. Das zum Beispiel könnte männlich sein. Oder?
Manchmal wird mir dabei auch übel. Auch egal.
Auch egal ist mir mein Fitnesscenter, da hing über dem einzigen Pissoir ein Schild mit der Aufschrift: „dieses Trainingsgerät ist leider defekt“. Seit dem trainiere ich nur noch öffentlich oder zu Hause. Als Kind trainierte ich manchmal in die Hose, besonders, wenn man mich von zu Hause wegschickte, um mir bei Großmutter ein paar Ohrfeigen abzuholen.
„Hier!“, sagte sie dann und lachte.
Großmutter lachte oft und mittlerweile lache ich auch wieder.
Außer an Donald Duck und diesen Flipper erinnere ich mich noch an unsre Nachbarin, aber das sagte ich schon.
Was ich noch nicht sagte, ist, dass es das ganze Wochenende über schön sein wird. Hochdruck auf der ganzen Welt, von Patagonien bis Nowosibirsk, ich schlage am Sonntag eine recht bunte Wochenendzeitung auf und lese die Schlagzeile: „Frau von Einbrechern geweckt!“, das klingt irgendwie nach „Gott sei Dank“, denn wer weiß, was passiert wäre, hätte man sie nicht geweckt: Termin verpasst, Arbeitslosengeld eingestellt, weder Milch noch Strom, Rückzahlungen unmöglich, Familiendiadem weg, Sozialfall, Amoklauf, 32 tote Kindergartenkinder in Hernals! Na Also, denke ich.

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