Die Welt ist mir ein grausames Rätsel, weil einerseits
Feinkostabteilung, andererseits Atombombe.
Keine Ahnung, wo man sich da hinwenden soll?
Einerseits Schlüsseldienst für 170 Euro um 4 Uhr früh,
weil man den Wohnungsschlüssel am Damen WC des Hotel Imperial betrunken und absichtlich
versenkt hat, andererseits hunderttausend, sehr ernüchterte Syrer auf der Flucht.
Einerseits Krug Champagner Jahrgang 1996, andererseits
Black Ops über dem Hindukusch.
Einerseits blöd zwischen Herrengasse und Stephansplatz
beim Schwarzfahren erwischt, andererseits blöd beim Sightseeing zwischen
Palmyra und Aricha von der IS erwischt.
Einerseits Fett weg, andererseits Nase ab.
Dem Elend und der Brutalität mit immer lächerlicherem
Luxus entkommen,
HD-Enthauptungen mit der 3 Brille folgen, die Qualität
auf beiden Seiten hochschrauben, ihr Tod, wir Austern am Naschmarkt. Ihr
Gusch!, wir Uniqua Sonderklasse.
Hier Grüne Alternative, dort Boko Haram.
Hier großartig Blog-Schreiben, dort nicht so großartig
am falschen Breitengrad geboren werden und den Blog nicht lesen können.
Höre ich jemanden eine schwangere Frau fragen, was es
denn werde, denke ich automatisch „hoffentlich ein Kind!“
„Wir lassen uns überraschen!“, höre ich manchmal als
Antwort.
Ja lassen wir uns einfach überraschen, schauen wir mal, was so
passiert.
Es könnte regnen. Es könnte auch nicht regnen.
Die Wettervorhersagen sind ja nicht immer so genau.
Für alle Fälle nehme ich heute den Regenschirm mit und werde zugeben, dass sich mein schlechtes Gewissen momentan auf das fehlende Klopapier bei mir zu Hause beschränkt.
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