Donnerstag, 21. Mai 2015

meine 3. Wahre Geschichte

Ich bin ein ungeduldiger Zeitgenosse und sehe nicht ein, dass ich überhaupt auf irgendetwas warten muss. Stelle ich zum Beispiel den Geschirrspüler auf das Opportunisten Programm Stufe 3, warte ich schweißgebadet bis der Geschirrspüler seine erste Waschgeräusche von sich gibt. Ich könnte an die Decke gehen. Das Ding rührt sich eine halbe Minute nicht. Auf Taste 3 meines Handys ist der Installateur Herr Tibor gespeichert. Auf Taste 2 der Aufzugstechniker Herr Otis Redding.
Vor kurzem ist mir das sogar für Männer eher rare Kunststück gelungen, mich beim frisieren zu schneiden. Taste 1: Notarzt!
Um den Vorgang zu beschleunigen, lege ich im Stiegenhaus einen Brand (Taste 4: Feuerwehr!), breche gewaltsam in die gegenüberliegende Wohnung der Familie Durchhalter ein (Taste 8: Cobra!) und verlasse mein Zuhause über das Sprungtuch, da weder der Aufzug noch Herr  Redding rechtzeitig zur Stelle sind. Noch am Gehsteig werde ich mit einem flexiblen und wasserfesten Sporthansaplast notverarzten, von der  Cobra verhaftet, umgehend aber wieder freigelassen, da ich eine Monopoly „komme aus dem Gefängnis frei“ Karte zücke.
In 10 Tagen soll ich bitte zur Nachkontrolle kommen, sagt der Notarzt, der in Wahrheit ein einseitig gelähmter Zivildiener aus dem südlichen Burgenland ist.
"GENAU! Was Diktatoren über Jahre planen, erledige ich in einigen Stunden. Also kommt mir nicht mit 10 Tagen! Nachkontrolle JETZT! Ihr dicken Zivildiener", kreische ich und rolle mich seitwärts über den Asphalt Richtung Zielpunkt.
Aber an sich stell ich mir so das Leben vor, liebe Leute!
Ruck Zuck, hinein in den Tag und über die Straße. Taste 5: Ampeltechniker, nicht erreichbar! Taste 6, Unfallkommando. Taste 1, nochmal Notarzt plus Nachkontrolle JETZT!
„Jetzt“ ist überhaupt mein Lieblingswort.
„Dann“ nicht so.
Wörter, die ich schlicht gar nicht aushalte, sind „abperlen“ und „Hangar“

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