Da du so unglaublich arm bist und ich so pervers
reich, möchte ich dir, zwecks Neiderweiterung oder was weiß ich, einen ganz
normalen Tag aus dem Leben eines Superreichen schildern:
Also!
Um kurz vor 12 Uhr Mittags werde ich vom Dalai Lama
und Bar Refaeli
mit einem Kaviar und Champagner Frühstück sanft geweckt. Die
Wiener Philharmoniker haben schon Platz genommen und spielen unter Zubin Mehta Haydens
Jahreszeiten, während mir Papst Franziskus die Beichte abnimmt und zwei Shaolin
Mönche durch die Halle schweben. Vor kurzem hat mir Damien Hirst demütig ein
Geschenk gemacht und sich selbst ausgestopft und in Formalaldehyd eingelegt.
Das Werk steht am Bettende, gleich neben den herumliegenden, von Chuck Norris barhändig abgeschlagenen Fresken der Sixtinischen Kaplle und dem Schweißtuch Jesus Christus. Ein Erbstück meines Ziehvaters Dan Brown.
Die Innenluft meines in schlichtem Weißgold und da dort dezent platzierten Blutdiamenten gehaltenen zu Hauses kommt von Tiroler Gletschern per Hand
geliefert. Genauso das Wasser, die Milch, und bei Bedarf einige der prallsten,
ledigen Bergbäuerinnen. Ich lehne immer ab. Selbstredend!
Ich bemerke, dass neben mir der komplette, weibliche
Angestelltenstab des Babylon zufrieden und befriedigt schlummert.
Zwei hochrangige Offiziere des SAS müssen sie leider
verscheuchen, da ich stets alleine frühstücke. Kurzerhand werden sie über Bord
geworfen.
Ich lebe nämlich einsam aber glücklich in einem von
Philippe Starck und Luke Skywalker entworfenen Zeppelin, das die Welthimmel
befliegt. Der Luftraum wird von der israelischen Luftwaffe großflächig
freigeräumt. Nur sibirische Seeadler und Erzengel sind in nächster Nähe zugelassen.
Nach dem Frühstück verlassen bitte alle den Raum. Ich
brauche Ruhe, um alles auf den Perser zu kotzen, der täglich von Mahmud Ahmadinedschad persönlich
zur Reinigung und zurück getragen wird. Manchmal steinige ich den Herrscher ein bisschen. Da muss er kichern.
Weiter geht’s mit einem Besuch in jenem Fitnesscenter,
in dem ich, wie schon erwähnt, seit Dezember 2014 gemeinsam mit dem
Auftragsmörder Ivan Mitglied bin.
Selbstverständlich werden die Räumlichkeiten samt
Hotel evakuiert. Durch einen unglücklichen Zufall saß ich vor einigen Wochen
gemeinsam mit Mick Jagger im Dampfbad. Nach einer unmissverständlichen Geste meinerseits
(ich gähnte) verließ er auf allen Vieren und splitternackt das Dampfbad, das
Fitnesscenter und das Hotel. Er lebt seitdem in einem Zweimannzelt im Stadtpark
und wartet auf Ivan. Er schämt sich sehr.
Nach dem Blutwechsel (man versorgt mich mit einem
Gemisch aus Graf Draculas, Dorian Grays und Grace Kellys Blut) werde ich zurück auf mein
Luftschiff gebeamt, und da mir mein eigenes Leben und diese Geschichte gerade langweilig
werden und ich mitleidig an dich denken muss, wie du den ganzen Tag und leider
auch die Nacht durch ausgeborgte Erdäpfel schälen musst, will ich abschließend nur
noch eines sagen:
Reich sein macht pervers glücklich, arm sein nur
pervers.
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