Mittlerweile hat mein Blog circa 300 Seitenaufrufe
täglich.
280 dieser Aufrufe erledige ich selbst, in dem ich den
ganzen Tag lang, auf der Flucht vor meiner IP-Adresse die Wiener Außenbezirke
abfahre, um in den letzten Internetcafés Mittlereuropas zwischen Pensionisten
und Ex-Häftlingen per Klick mein Ego hochzuschrauben.
10 Seitenaufrufe kommen von überbezahlten
Vertragsbediensteten der NSA, die aus ihren Kellerbüros in Fort Meade, Maryland
sogenannte Schlüsselwörter, die ein ausgeklügeltes Filtersystem zuvor aus dem
Netz gefischt hat, kategorisieren und je nach Gefahrenrelevanz an die
Außenstellen in der Lugner City gleich neben dem 1 € Shop weiterleiten.
Ich habe mich ohnehin schon von jeher gewundert, warum
dort immer wieder dunkel gekleidete Männer an Ecken oder Säulen lehnen, die
Umgebung im Auge behalten und bei Bedarf, Vorbeigehende mit „wos is oida?“ verscheuchen.
Diese Männer sind in Wahrheit die Sperrspitze des
Österreichischen Verfassungsschutzes, die Hüter des nationalen Friedens und der
Freiheit.
Gehe ich an diesen Männern vorbei, bedanke und
verbeuge ich mich still.
„Wos is oida?“
Wissend und ehrfürchtig schleiche ich weiter und gehe
sicher, dass ich bald außer Sicht- und Armreichweite bin.
Bitte diese honorigen Staatsorgane nicht mit jenen
Lumpen zu verwechseln, die oft eine Säule weiter stehen und versuchen, Sie mit
„was schaust n so deppart?“ einzuschüchtern.
Das ist die Gegenspionage.
Egal, denn ich scheiß eh schon die längste Zeit auf
Privatsphäre und rücke schon bevor ich genötigt werde mit meiner Postleitzahl an
der Zielpunkt Kassa raus. Die kennen mich zwar längst schon, aber da ich der
einzige Kunde bin, bei dem schon beim Betreten die Detektoren zu heulen
beginnen, sind die Angestellten dort immer wieder aufs neue neugierig.
Die restlichen 10 der insgesamt 300 Seitenaufrufe kommen
von meiner Mutter. Sie hat Mitleid mit mir.
Spreche ich sie darauf an, verleugnet sie kurzerhand
meine Existenz und pfeift das Titelthema aus „Mission Impossible“, des im 5/4
geschriebenen Originals von Lalo Shifrin.
Das muss ein Zeichen gewesen sein, denn seit dem sitze
ich ohne Verfahren in einer CIA Black Site in der Nähe des Stadtparks, das in
Wahrheit das Fitnesscenter eines großen Ringstraßenhotels ist und warte auf den
Aufguss.
Siehe „meine 1. wahre Geschichte“
Danke!
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