Samstag, 23. Mai 2015

meine 4. wahre Geschichte


Mittlerweile hat mein Blog circa 300 Seitenaufrufe täglich.
280 dieser Aufrufe erledige ich selbst, in dem ich den ganzen Tag lang, auf der Flucht vor meiner IP-Adresse die Wiener Außenbezirke abfahre, um in den letzten Internetcafés Mittlereuropas zwischen Pensionisten und Ex-Häftlingen per Klick mein Ego hochzuschrauben.
10 Seitenaufrufe kommen von überbezahlten Vertragsbediensteten der NSA, die aus ihren Kellerbüros in Fort Meade, Maryland sogenannte Schlüsselwörter, die ein ausgeklügeltes Filtersystem zuvor aus dem Netz gefischt hat, kategorisieren und je nach Gefahrenrelevanz an die Außenstellen in der Lugner City gleich neben dem 1 € Shop weiterleiten.
Ich habe mich ohnehin schon von jeher gewundert, warum dort immer wieder dunkel gekleidete Männer an Ecken oder Säulen lehnen, die Umgebung im Auge behalten und bei Bedarf, Vorbeigehende mit „wos is oida?“ verscheuchen.
Diese Männer sind in Wahrheit die Sperrspitze des Österreichischen Verfassungsschutzes, die Hüter des nationalen Friedens und der Freiheit.
Gehe ich an diesen Männern vorbei, bedanke und verbeuge ich mich still.
„Wos is oida?“
Wissend und ehrfürchtig schleiche ich weiter und gehe sicher, dass ich bald außer Sicht- und Armreichweite bin.
Bitte diese honorigen Staatsorgane nicht mit jenen Lumpen zu verwechseln, die oft eine Säule weiter stehen und versuchen, Sie mit „was schaust n so deppart?“ einzuschüchtern.
Das ist die Gegenspionage.
Egal, denn ich scheiß eh schon die längste Zeit auf Privatsphäre und rücke schon bevor ich genötigt werde mit meiner Postleitzahl an der Zielpunkt Kassa raus. Die kennen mich zwar längst schon, aber da ich der einzige Kunde bin, bei dem schon beim Betreten die Detektoren zu heulen beginnen, sind die Angestellten dort immer wieder aufs neue neugierig.
Die restlichen 10 der insgesamt 300 Seitenaufrufe kommen von meiner Mutter. Sie hat Mitleid mit mir.
Spreche ich sie darauf an, verleugnet sie kurzerhand meine Existenz und pfeift das Titelthema aus „Mission Impossible“, des im 5/4 geschriebenen Originals von Lalo Shifrin.
Das muss ein Zeichen gewesen sein, denn seit dem sitze ich ohne Verfahren in einer CIA Black Site in der Nähe des Stadtparks, das in Wahrheit das Fitnesscenter eines großen Ringstraßenhotels ist und warte auf den Aufguss.
Siehe „meine 1. wahre Geschichte“
Danke!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen