Montag, 25. Mai 2015

QUALITÄTSSICHERUNGSZWECKE


Für „Qualitätssicherungszwecke“ tu ich beinahe alles.
Zum Beispiel stundenlang, ekstatisch um mein Handy tanzen und warten bis am anderen Ende der Leitung jemand abhebt, der sowieso schon genau weiß, wer ich bin, was ich will und wie man mir am besten ohnehin nicht weiterhelfen kann.
Trotz Nachfrage und Insistieren hat dieser Jemand nämlich weder einen Vorgesetzten, noch hat er Einfluss auf irgendetwas, denn die wirklich wichtigen Entscheidungen übernimmt DAS SYSTEM, und das hat schon veranlasst, meinen Internetanschluss für immer zu sperren und darüberhinaus den Geschirrspüler auszubauen.
„Natürlich können Sie in unseren einzigen Shop im 43. Wiener Gemeindebezirk gehen und dort die Rechnung bar bezahlen. Dann bleibt ihnen immerhin der Geschirrspüler.“
Ich liebe das Wort „Qualitätssicherungszwecke“, und fällt es, würde ich mich auf Anweisung und um meine Anschlüsse zu retten sogar triumphierend die Reichsbrücke runterstürzen.
Ich würde nicht nur beinahe alles, ich würde alles tun, um die großen Internet- und Telefonanbieterfirmen dabei zu unterstützen, für einen mir unbekannten Zweck, eine mir noch unbekanntere Qualität zu sicher.
Ich bin mir sicher, dass Namen wie Heinrich Ausweich oder Liselotte Dummstell, mit denen sich die Menschen am anderen Ende der Leitung melden, schlicht erfunden sind, um zu verhindern, dass sie jenseits telefonischen Sicherheitsabstands und zwecks emotionaler Qualitätssicherung eingefangen und solange gefoltert werden, bis sie den Namen ihres Vorgesetzten preisgeben.
Der hieße dann Robert Weiterleit, würde sich höflich für alle Unannehmlichkeiten entschuldigen und uns grußlos mit dem Servicecenter verbinden.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen