Seit Dezember 2014 bin ich Mitglied in einem
Fitnesscenter. Und hier endet auch schon die Wahrheit.
Nein!
Der Wahnsinn geht weiter!
Das genannte Fitnesscenter befindet sich im
Untergeschoß eines großen, konzeptuell nebulösen Ringstraßenhotels und besteht
aus einem Dampfbad, einer Saune, einem immer ausgelassen oder niemals
eingelassenen Pool, einer Hantel, einem Massageraum und vierzehn, dreisprachigen
Angestellten. Russisch, hallo und Unhappy End.
Die Mitglieder sind ähnlich. Ich und ein Mann namens
Ivan, der nach eigenen Angaben israelischer Auftragsmörder ist, aber zwecks
Tarnung einen italienischen Eissalon in Wien Favoriten betreibt.
„Gleich bei der U-Bahnstation Keplerplatz“, sagt er
in seiner hellblauen Speedo Badehose und zwinkert mir zu, als wären wir die
Träger eines gemeinsamen Staatsgeheimnis`.
„Ich esse ausschließlich Erdbeereis und Spaghetti“,
antworte ich konspirativ und erhobenen Zeigefingers, denn zum anderen Thema
fällt mir bis heute nicht viel ein.
Ivan scheint erleichtert und springt per
Seemannskopfsprung zufrieden ins Pool. Seitdem trägt Ivan eine trichterförmige
Halskrause, die ihm ein befreundeter Veterinär (der auch zwecks Tarnung einen
Eissalon betreibt) geliehen hat, ist auch im Allgemeinen nicht mehr so vorlaut
und kommt nur noch seitlich gewandt durch die Saunatüre.
Die restlichen Fitnesscenterbesucher sind überwiegend
Hotelgäste aus den Etagen 2-12.
Die folgende und besonders wahre
Geschichte findet ausschließlich im Inneren der dreistufigen Sauna statt:
Personen: ich, zwei Israelis,
zwei Palästinenser, Ivan (alle nackt)
Atmosphäre: nicht
erwähnenswert.
Licht: schummrig
Gespräche: gedämpft und
unverständlich
AUFGUSS
APPLAUS
ENDE
Aussage: null
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