Montag, 18. Mai 2015

meine 1. wahre Geschichte


Seit Dezember 2014 bin ich Mitglied in einem Fitnesscenter. Und hier endet auch schon die Wahrheit.
Nein!
Der Wahnsinn geht weiter!
Das genannte Fitnesscenter befindet sich im Untergeschoß eines großen, konzeptuell nebulösen Ringstraßenhotels und besteht aus einem Dampfbad, einer Saune, einem immer ausgelassen oder niemals eingelassenen Pool, einer Hantel, einem Massageraum und vierzehn, dreisprachigen Angestellten. Russisch, hallo und Unhappy End.
Die Mitglieder sind ähnlich. Ich und ein Mann namens Ivan, der nach eigenen Angaben israelischer Auftragsmörder ist, aber zwecks Tarnung einen italienischen Eissalon in Wien Favoriten betreibt.
„Gleich bei der U-Bahnstation Keplerplatz“, sagt er in seiner hellblauen Speedo Badehose und zwinkert mir zu, als wären wir die Träger eines gemeinsamen Staatsgeheimnis`.
„Ich esse ausschließlich Erdbeereis und Spaghetti“, antworte ich konspirativ und erhobenen Zeigefingers, denn zum anderen Thema fällt mir bis heute nicht viel ein.
Ivan scheint erleichtert und springt per Seemannskopfsprung zufrieden ins Pool. Seitdem trägt Ivan eine trichterförmige Halskrause, die ihm ein befreundeter Veterinär (der auch zwecks Tarnung einen Eissalon betreibt) geliehen hat, ist auch im Allgemeinen nicht mehr so vorlaut und kommt nur noch seitlich gewandt durch die Saunatüre.
Die restlichen Fitnesscenterbesucher sind überwiegend Hotelgäste aus den Etagen 2-12.
Die folgende und besonders wahre Geschichte findet ausschließlich im Inneren der dreistufigen Sauna statt:
Personen: ich, zwei Israelis, zwei Palästinenser, Ivan (alle nackt)
Atmosphäre: nicht erwähnenswert.
Licht: schummrig
Gespräche: gedämpft und unverständlich
AUFGUSS
APPLAUS
 ENDE
Aussage: null

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